Tutorial


Was ist DMX?

DMX steht für Digital Multiplex. Es ist ein digitales Steuerprotokoll, das in der Bühnen- und Veranstaltungstechnik zur Steuerung von Dimmern,  intelligenten Scheinwerfern und Effektgeräten angewendet wird.
Es ist ein normiertes Protokoll, von dem es mehrere Versionen existieren DMX512, DMX-512/1990 und die aktuelle Version DMX-512-A. Diese Versionen sind alle DMX512 kompatibel.
Eingeführt und publiziert wurde das Protokoll von USITT (United States Institute of Theatre Technology, Inc.), 1990 wurde es in die deutsche DIN-Norm (DIN56930) übernommen. Zur Zeit arbeitet man international an der ISO-Norm DMX-512/2000, die die deutsche DIN-Norm vielleicht ablösen könnte.
Inzwischen unterstützen alle "intelligenten" Scheinwerfer das DMX512 Protokoll.
In der Zukunft wird wahrscheinlich DMX von LAN-gesteuerten Systemen und Protokollen (siehe ACN, ArtNet,..) abgelöst werden. Da hier jedoch die Lampen einen LAN-Anschluss und entsprechende Firmware benötigen, wird dies noch eine Weile dauern.

Wie funktioniert DMX

Die alte analoge Technik

Vor der Einführung der digitalen Technik wurden die Scheinwerfer analog angesteuert. Das bedeutet es gab einen elektronischen Regler, an den die Stromzufuhr der Lampe angeschlossen wurde und der die Netzspannung, und damit die Helligkeit, des Scheinwerfers geregelt hat (dimmen). Diese Regelung wurde nicht immer eins zu eins durchgeführt, sondern es gab Mischpulte mit mehreren Reglern, die mit sogenannten Dimmerpacks verbunden waren. Wurde ein Regler verändert, so veränderte sich ein kleiner Steuerstrom/spannung, der dann bei einem Dimmer die Netzspannung regelte. An jeden Dimmer kann ein Scheinwerfer angeschlossen werden, somit musste von jedem Dimmer ein extra Stromkabel zu jedem Scheinwerfer gezogen werden.

DMX, die digitale Technik

Anstatt jeden Dimmer mit einem Steuerstrom zu regeln, wurden die Dimmer "intelligenter gemacht" und können nun mit einem Zahlenwert (0-255) gesteuert werden, der über ein etxra Kabel (DMX-Kabel) an sie übertragen wird. Heutige Scheinwerfer haben diese "intelligente" Technik selbst integriert, dass heißt sie werden nicht mit der Stromspannung geregelt, sondern können selbst Zahlenwerte empfangen und sich regeln.
Somit muss nicht jeder Scheinwerfer mit einem extra Stromkabel an die Steuerung angeschlossen werden, sondern es reicht irgendein normaler Stromanschluss. Um die Zahlenwerte zu übermitteln muss allerdings ein DMX-Kabel zu dem Scheinwerfer geführt werden. Um nicht viele Steuerleitungen (DMX-Kabel) von der Steuerung (Mischpult,..) sternförmig an die diversen Scheinwerfer legen zu müssen, wurde die Multiplex Technik verwendet.
Damit muss nur ein Kabel von der Steuereinheit (Mischpult,..) zum ersten Scheinwerfer gelegt werden, von diesem aus wird ein zweites Kabel an den zweiten Scheinwerfer gezogen, usw. Alle Scheinwerfer sind somit wie Perlen an einem Kabelstrang angeschlossen. Solch ein Kabelstrang mit den angeschlossenen Scheinwerfern nennt man ein DMX-Universum. Über das Kabel wird nicht nur ein Zahlenwert übertragen wird, sondern viele Zahlenwerte (aktuell gebräuchlich sind 512 Werte). Am Scheinwerfer kann eingestellt werden, welchen Zahlenwert er verwenden soll (Startadresse).

Diese Technik führte dazu, dass man den Scheinwerfern weitere Funktionen verpasst hat, die jeweils mit einem Zahlenwert eingestellt werden können. Heutige Scheinwerfer könnne nicht nur ihre Helligkeit verändern sondern auch ihre Farben (RGB LEDs, Filterräder) , die Position ihres Lichtstrahls (Scanner, Movingheads) und vieles mehr. Ein moderner Scheinwerfer verwendet daher nicht nur einen Zahlenwert, sondern mehrere Zahlenwerte um seine Eigenschaften/Funktionen selbst zu regeln.

Woher weiß ein Scheinwerfer welche Zahlenwerte er verwenden soll?

Bei dem DMX512-Protokoll werden in sehr schnellen Abständen immer wieder 512 Zahlenwerte über das DMX-Kabel gesendet. An diesem DMX-Kabel sind mehrere Scheinwerfer aufgereiht, das DMXUniversum. Woher weiß nun ein Scheinwerfer welche der Werte von 1-512  für ihn bestimmt sind? Dazu kann an jedem Scheinwerfer eine sogenannte Startadresse eingestellt werden. Diese Startadresse bestimmt, ab welchem der 512 Werten der Scheinwerfer seine Werte herauspickt.

Beispiel 1:
In der DMXKette der Scheinwerfer (DMXUniversum) befindet sich ein Scheinwerfer, der nur einen Wert benötigt, also beispielsweise nur seine Helligkeit  regeln kann. Am Scheinwerfer selbst kann entweder über eine Schalterkombination (Dip-Schalter)  oder ein digitales Menü eine bestimmte Startadresse eingestellt werden. In unserem Beispiel wird die Startadresse 100 eingestellt. Kommen nun die 512 Werte über das DMX-Kabel am Scheinwerfer vorbei, so pickt sich der Scheinwerfer den 100sten Wert heraus und stellt entsprechend des Wertes seine Helligkeit ein.
Beispiel 2:
In der DMXKette der Scheinwerfer (DMXUniversum) befindet sich ein Scheinwerfer, der nicht nur seine Helligkeit, sondern auch seine Farben Rot, Grün und Blau verändern kann. Solch ein Scheinwerfer benötigt 4 Werte, jeweils einen Wert für die Helligkeit (Dimmer) , einen Wert für die rote Farbe, einen Wert für die grüne Farbe und einen Wert für die blaue Farbe. Wird am Scheinwerfer wieder die  Startadresse 100 eingestellt, so pickt sich dieser Scheinwerfer die Werte an den Stellen 100, 101, 102 und 103 aus den übermittelten 512 Werten heraus.
(siehe auch Lampen Eigeschaften)

Was macht ein Scheinwerfer mit den Werten und woher weis eine Software oder ein Mischpult, welche Werte eine Scheinwerfer benötigt?

Was der Scheinwerfer mit den Werten anstellt, also welche Funktionen über die Werte angesteuert werden, sind vom Hersteller und durch seine Bauweise festgelegt. Je nach Funktionsumfang benötigt ein Scheinwerfer 1-n Werte. Ein einfacher Scheinwerfer, der nur seine Helligkeit verändern kann, wird nur einen Wert benötigen. Komplexere Scheinwerfer, wie Scanner oder Movingheads, die die Position verändern können, können meist auch noch verschiedene Farben über Filterräder oder Muster, über Goboräder, projiezieren und brauchen daher sehr viele Werte. Je nach Anzahl der benötigten Werte spricht man auch davon, dass der Scheinwerfer 1-n DMXKanäle besitzt. Das heißt, dass dem Scheinwerfer pro DMXKanal ein Wert übermittelt werden muss.
Ein einfach gestricktes DMX-Mischpult, könnte aus 512 Reglern bestehen, über die jeweils ein DMXWert eingestellt werden kann. Solch ein Mischpult wäre allerdings sehr schwer zu bedienen, da man ja für jeden Scheinwerfer die Startadresse und dessen Funktionsumfang im Kopf haben müsste, um eine bestimmte Lichtstimmung einstellen zu können. Daher erlauben moderne Lichtmischpulte oder moderne Lichtsteuerprogramme, dass sogenannte Lampendefinitionen abgespeichert werden können. Eine Lampendefinition besagt, wieviele DMXKanäle ein Scheinwerfer besitzt und was der Scheinwerfer mit einem bestimmten Wert macht. Bringt ein Hersteller einen neuen Scheinwerfer auf den Markt, dann wird in seiner Beschreibung auch vermerkt sein, welche DMXKanäle er besitzt und welche Funktion von einem bestimmten Wert angesteuert wird.
Dieser Lampentyp muss nun einem Mischpult oder einer Software bekannt gemacht werden, hierzu gibt es je nach Mischpult oder Software unterschiedliche Möglichkeiten. Ist der Scheinwerfertyp einmal bestimmt, so können z.B. in einer Software, mehrere Scheinwerfer diesen Typs hinzugefügt werden, deren Startadressen eingestellt werden und somit recht komfortabel bedient werden. Über die Startadresse und die möglichen Funktionen eines Scheinwerfers braucht man sich keinen Kopf mehr zu machen, der Software ist dies über die Lampendefinition bekannt. Die Software kann die unterschiedlichen Funktionalitäten eines Scheinwerfers dem Anwender in einer grafisch aufbereiteten Ansicht darstellen und ihm somit die Bedienung deutlich erleichtern.

Die Erstellung von Lampendefinitionen wurde in den letzten Jahren meist über die Programmierung einer Art Skriptsoftware realisiert. Dieser Weg hat den Vorteil, dass einige Lichtsteuerprogramme ihn unterstützen und somit schon viele Lampendefinitionen verfügbar sind. Problematisch ist allerdings, dass die Programmierung solch eines Skripts nicht ganz einfach ist und man bei einem neueren Scheinwerfer, erst warten muss bis jemand solch eine Lampendefinition programmiert hat und diese zur Verfügung stellt. In der vorliegenden Software wurde  ein anderer Weg gewählt, hier kann eine Lampendefinition auch ohne Programmierkenntnisse erstellt werden (siehe unter DMX Lampen Editor).

Wer sendet DMXWerte?

Wie schon mehrfach erwähnt gibt es DMXMischpulte oder auch DMXSoftware, die das Einstellen von Scheinwerfern ermöglichen.
Bei einem DMXMischpult wird es einen oder mehrere DMXAusgänge geben, an die DMXKabel, und somit die daran gekoppelten Scheinwerfer, angeschlossen werden können. Bei einer DMXSoftware werden am Rechner die Scheinwerfer bedient und das DMXKabel wird an ein sogenanntes DMXHardwareInterface angeschlossen, das wiederum über den USB-Eingang oder ein LAN-Kabel am Rechner angeschlossen ist. Je nach Software können auch mehrere solche HardwareInterfaces am Rechner angeschlossen werden und somit auch mehrere DMXUniversen gesteuert werden (siehe unter DMX Hardware Einstellungen).

Schlussbemerkung

DMX512 ist ein Protokoll, dass nur in eine Richtung funktioniert, also vom Mischpult oder Software zu den Scheinwerfern. Das hat zur Folge, dass der Anwender manuell dem Mischpult oder einer Software die verwendeten Scheinwerfer bekannt machen muss (siehe unter DMX Bühnenansicht). Der umgekehrten Weg, dass Scheinwerfer auch Daten an ein Mischpult oder die Software senden, ist noch nicht gebräuchlich. Schick wäre es schon, wenn die Scheinwerfer ihre Startadresse und Bestückung ihrer DMXKanäle an das Mischpult / Software senden könnten. Es gibt zwar Ansätze für diesen Weg, doch diese sind noch nicht ausgereift und werden auch nicht von allen Scheinwerfern unterstützt. Bis das reibungslos funktioniert, müssen daher die Startkanäle alle noch manuell an den Scheinwerfern und in der Software eingestellt werden.